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01. November 2019 | Fundstücke, Historie

Projektleiter Christian Schmidt freut sich über die Rückkehr der originalen Dachgeschossfenster.
Projektleiter Christian Schmidt freut sich über die Rückkehr der originalen Dachgeschossfenster.

Viele Jahre suchten, forschten und fahndeten wir nach dem Verbleib der originalen-Stüler-Dachgeschossfenster, aber alle Bemühungen blieben erfolglos – bis gestern Abend.

Als es gestern bei Einbruch der Dunkelheit an der Tür des Baubüros klopfte, erwartete ich Kinder, die zu Halloween um Süßigkeiten bitten, stattdessen wurde ich überrascht mit einer ganzen Kofferraumladung von historischen Bauteilen des Schlosses. Neben zwei Dutzend Terrakotta-Formsteinen, die ursprünglich an den Brüstungen der Gartenterrasse und der Auffahrtsrampe verbaut waren, fanden vor allem zwei der lange gesuchten Fenster den Weg zurück nach Broock.  

Im Zuge des Schlossumbaus durch Friedrich August Stüler, von 1841-43, wurde die Fassade über dem ersten Stock um ein halbes Blendgeschoss mit Zinnenkranz erhöht. Tatsächlich befand sich hinter dem Blendgeschoss die Basis des barocken Dachstuhls. Stüler versuchte vermutlich durch diesen architektonischen Kniff die Proportionen des Hauses zu korrigieren, in dem er die untere Hälfte des enormen Daches hinter dem neugebauten Drempel verbarg. Die Fensteröffnungen in diesem Bereich folgen den darunter liegenden Fensterachsen, allerdings verkleinert und quadratisch. 

Nach dem Leerzug des Schlosses 1974 wurden die Fenster im ganzen Haus größtenteils ausgebaut und in alle Himmelsrichtungen verschleppt, dadurch hatte sich kein einziges von insgesamt 39 originalen Stüler-Fenstern aus dem Drempelbereich erhalten. Lange war unklar, ob diese Vierpass-Maßwerkfenster, die wesentlich zur Gestaltung der Fassade beitrugen, aus Zinkblech oder Terrakotta gefertigt waren. Einbauspuren an den Fensteröffnungen sprachen für Zinkguss, die Denkmalpflege notierte in den 1980er Jahren allerdings Terrakotta.

Dank der Rückkehr von zwei originalen Maßwerkfenstern haben wir nun die Gewissheit, dass es sich um Zinkguss handelt, vermutlich aus der Kunstgießerei von Moritz Geiß, Berlin.     Wir freuen uns enorm über diese Heimkehr, die nicht die erste ist, seit wir vor zwei Jahren angetreten sind, um Broock wieder aufzubauen. Vielleicht werden in Zukunft noch mehr originale Ausstattungsstücke den Weg zu uns finden und uns dabei helfen Broock sein altes Gesicht zurückzugeben.

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